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DN Group AG und die neuen Zahlen hinter Deutschlands Impact-Investing-Markt

Wer nur auf die Schlagzeile schaut, könnte den deutschen Impact-Investing-Markt für kleiner halten, als er noch vor wenigen Jahren galt. Am 18. Juni 2026 wurde der German Impact Investing Survey 2025 vom Bundesverband Impact Investing (BVII) veröffentlicht – die erste größere Datenaktualisierung, seit die Anlageklasse in die breitere deutsche Finanzberichterstattung vorgedrungen ist. Die neue Erhebung erschien keinen Monat nach dem International Impact Forum (IIF) 2026 in Frankfurt, wo genau jene Fragen zu Marktvolumen und Wirkungsmessung bereits auf der Bühne standen, die der Survey nun zu beantworten versucht.

Ein Forum, ein Vorstand, dieselbe Debatte

Das International Impact Forum (IIF) 2026 versammelte am 20. Mai 2026 Investorinnen, Wissenschaftler und Marktteilnehmerinnen im Kap Europa der Messe Frankfurt. Mitveranstalterin des Forums war DN Group AG, gemeinsam mit der CBS International Business School – nicht als Gast, sondern mit einer eigenen Delegation aus Vorstand und Aufsichtsrat im Programm. Der Frankfurter Pure-Play Impact Investor trat damit nicht nur als Marktteilnehmer auf, sondern als einer der Akteure, die die Debatte über Marktvolumen und Messbarkeit mitgestalteten, noch bevor die neuen Zahlen überhaupt vorlagen.

„Das Impact-Investing-Segment in Deutschland ist mittlerweile auf fast 39 Milliarden Euro angewachsen”, brachte es CEO Ole Nixdorff auf den Punkt – ein Verweis auf die bislang gängige Referenzgröße: Laut der Marktstudie 2022 der Bundesinitiative Impact Investing war das selbst deklarierte Impact-Anlagevolumen unter den 225 befragten Marktteilnehmern von rund 17,3 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 38,9 Milliarden Euro im Jahr 2022 gestiegen, mehr als eine Verdopplung innerhalb von zwei Jahren.

Warum die neue Zahl kleiner ausfällt, nicht größer

Der German Impact Investing Survey 2025 zeichnet ein anderes Bild – nicht zwangsläufig ein schlechteres, aber ein methodisch strengeres. Unter den 142 befragten Akteuren aus Asset Management, Vermögensinhaberschaft, Anlageberatung und sozialem Unternehmertum wurden rund 12,5 Milliarden Euro an Impact-Vermögen erfasst, was etwa 0,85 Prozent der insgesamt gemeldeten Assets under Management entspricht. Große institutionelle Investoren wie Pensionskassen, Versicherer und Entwicklungsfinanzierungsinstitute waren in der Stichprobe unterrepräsentiert, weshalb die Autoren selbst davon ausgehen, dass die tatsächlichen Impact-Investments in Deutschland über dem ausgewiesenen Wert liegen dürften.

Wer die beiden Erhebungen nebeneinanderlegt, vergleicht demnach nicht dieselbe Grundgesamtheit: Die Studie 2022 bildete ein selbst deklariertes, breiter gefasstes Marktvolumen ab, während der Survey 2025 näher an dem liegt, was sich innerhalb einer enger gezogenen Stichprobe tatsächlich nachweisen ließ. Für die Qualität des Marktes spricht dabei einiges: Mehr als 70 Prozent der Befragten erwarten markttypische Renditen oder mehr, 64 Prozent erreichen oder übertreffen ihre finanziellen Ziele, 79 Prozent ihre Wirkungsziele – Private Equity bleibt mit 28 Prozent die größte Anlageklasse, und zwei Drittel der Befragten planen, ihre Impact-Allokationen in den kommenden fünf Jahren auszubauen.

Wirkung braucht Vergleichbarkeit, keine einzelne Kennzahl

Als größte Hürden für weiteres Wachstum benennt der Survey fehlende Standardisierung bei Impact Measurement & Management, begrenzte Datenverfügbarkeit und regulatorische Unsicherheit – Themen, die auch außerhalb des reinen Zahlenvergleichs die Debatte prägen. Mehr als die Hälfte der noch nicht aktiven Befragten nennt fehlende begriffliche Klarheit als Haupthindernis für einen Markteintritt, während aktive Investoren eher an Daten und Standards für die Skalierung ihrer bestehenden Engagements arbeiten. Viele Marktteilnehmer verfolgen dabei aufmerksam die Debatte um SFDR 2.0, von der sich ein Großteil der Befragten eine klarere Abgrenzung zwischen Impact Investing und anderen nachhaltigen Anlageansätzen erhofft.

Für DN Group AG ist genau diese Unterscheidung zwischen Wirkungsanspruch und bloßer ESG-Kennzeichnung keine neue Debatte: Der Frankfurter Ankerinvestor wendet auf jedes Portfoliounternehmen ein eigenes, auf vierzig Kriterien gestütztes Bewertungssystem an, unabhängig davon, welche Zahl gerade als Marktbenchmark kursiert. Dass diese Wachstumswelle aus Europa und nicht aus den USA kommen sollte, ist dabei kein rein rhetorischer Wunsch: „Meine große Hoffnung ist, dass die signifikante Nachhaltigkeitswelle aus Deutschland und Europa kommt und nicht aus den Vereinigten Staaten”, erklärte Dr. Andreas Rickert, seit Oktober 2025 Vorstand für Nachhaltigkeit bei DN Group AG, bei seiner Ernennung.

Ob der deutsche Markt am Ende bei 12,5 Milliarden Euro, bei 38,9 Milliarden Euro oder irgendwo dazwischen steht, dürfte sich erst mit der nächsten, methodisch vergleichbaren Erhebung klären lassen. Bis dahin bleibt die Erkenntnis, die beide Studien trotz unterschiedlicher Zahlen teilen: Wachstum allein sagt wenig, solange sich nicht messen lässt, was tatsächlich dahintersteckt.

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