
Ein paar Minuten im Zug, eine Pause auf der Couch oder eine schnelle Runde zwischendurch: Für Mobile Games braucht es keinen Fernseher und keinen Gaming-PC. Das Smartphone ist sowieso dabei. Neue Zahlen aus Österreich zeigen, dass darauf längst nicht mehr hauptsächlich Jugendliche spielen. Selbst bei den Babyboomern gehören Handyspiele für einen beachtlichen Teil dazu.
Das klassische Bild vom Gamer mit Headset vor einem großen Monitor passt nur noch zu einem Teil der Spielenden.
Im österreichischen Mobile Communications Report 2025 gaben zwei Drittel der Generation Z an, zumindest gelegentlich am Smartphone zu spielen. Überraschender wird es bei den älteren Gruppen: Bei der Generation X waren es 45 %, unter den Babyboomern immerhin noch 35 %. Grundlage der Untersuchung waren 1.006 Smartphone-Nutzer zwischen 16 und 69 Jahren in Österreich.
Die Vorlieben unterscheiden sich dabei. Jüngere greifen eher zu Sport-, Racing- und Simulationsspielen. Puzzle, Quiz und Kartenspiele kommen bei älteren Smartphone-Spielern besser an.
Das Smartphone hat einen simplen Vorteil: Es ist schon da
Konsole und Gaming-PC kosten Geld und stehen normalerweise an einem festen Ort.
Das dürfte mit erklären, warum mobile Geräte schon länger eine wichtige Position im österreichischen Spielemarkt einnehmen. Die bislang umfassende ÖVUS-Erhebung “Gaming in Austria” kam auf 5,8 Millionen Menschen in Österreich, die Computer- oder Videospiele spielen. 54 % der Gamer verwendeten Smartphone oder Tablet, mehr als Konsole oder PC. Mobile Geräte kamen außerdem auf 42 % der gesamten Spielzeit.
Natürlich stammt diese große Gesamtmarktstudie aus 2023. Aktuellere Mobile-Daten aus 2025 bestätigen jedoch, dass das Smartphone seinen Platz keineswegs verloren hat. Zwei Drittel der Gen Z spielen dort und selbst bei deutlich älteren Nutzern ist Mobile Gaming angekommen.
Dabei muss eine Session keine Stunde dauern.
Manche Spiele sind darauf ausgelegt, fünf oder zehn Minuten zu füllen. Andere lassen sich über Monate spielen. Ein Level hier, eine Runde dort. Spielstand gespeichert. Weiter geht es später.
Kostenlos bedeutet bei Mobile Games nicht automatisch, dass kein Geld fließt
Besonders die jüngeren Gruppen geben für Smartphone-Spiele Geld aus. 64 % der Gen Z und 62 % der Generation Y, die Mobile Games spielen, investieren laut Mobile Communications Report auch in kostenpflichtige Handyspiele oder entsprechende Inhalte.
Das passt zu einer breiteren Entwicklung. 76 % der befragten österreichischen Smartphone-Nutzer hatten innerhalb der vorangegangenen sechs Monate bereits über ihr Handy eingekauft. Bei der Gen Z waren es sogar 88 %.
Der Schritt vom Spielen zum Bezahlen ist technisch jetzt sehr kurz.
Vom Mobile Game bis zum Online-Casino landet vieles auf demselben Display
Mit dem Smartphone sind nicht nur App-Games jederzeit erreichbar. Browserbasierte Spiele, Streaming und andere digitale Unterhaltungsangebote laufen ebenfalls darüber.
Online-Casinos gehören dazu.
Dort ist die Auswahl allerdings schwieriger zu überblicken als bei einem einzelnen Download aus dem App-Store. Die Seite Casino Guru stellt österreichische Online Casinos im Vergleich gegenüber. Aktuell werden dort 497 für Österreich gefundene Casino-Angebote gelistet. Berücksichtigt werden unter anderem Spielarten, Zahlungsmethoden, Beschwerden, Bedingungen und ein eigener Sicherheitsindex. Bei einzelnen Anbietern ist außerdem direkt ersichtlich, ob beispielsweise Slots, Roulette, Blackjack, Live-Spiele oder Poker vorhanden sind.
Eine solche Liste ist trotzdem nicht mit einer Liste österreichisch konzessionierter Anbieter gleichzusetzen.
Das österreichische Finanzministerium stellt klar, dass eine Glücksspielkonzession aus einem anderen EU- oder EWR-Staat nicht automatisch dazu berechtigt, Glücksspiel in Österreich anzubieten. Entgeltliche Online-Spiele wie Poker, Roulette oder Blackjack unterliegen hier den Vorgaben des österreichischen Glücksspielgesetzes.
Der Unterschied ist wichtig. Ein Casino kann auf dem Smartphone technisch problemlos erreichbar sein, ohne deshalb automatisch über die entsprechende österreichische Berechtigung zu verfügen.
Online-Glücksspiel wächst schneller als der gesamte Glücksspielmarkt
Dass digitale Casinoangebote kein kleines Nebenthema mehr sind, zeigen die im Juni 2026 veröffentlichten österreichischen Marktzahlen.
Die Bruttospiel- und Wetterträge aus Glücksspiel und Sportwetten lagen 2025 nach vorläufiger Berechnung bei rund 2,48 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr waren das 4,3 % mehr.
Beim Online-Glücksspiel stieg der Bruttospielertrag innerhalb eines Jahres um 11,2 % auf 551 Millionen Euro. Spielbanken verbuchten im selben Zeitraum dagegen einen Rückgang um 1 %.
Das Smartphone ist nicht der einzige Grund dafür. Es macht den Zugang aber ausgesprochen bequem. Kein zusätzlicher Rechner, kein fester Standort, kein komplizierter Aufbau – Display an und das Angebot ist da.
3 Stunden am Handy sind für viele völlig normal
Eine österreichische Smartphone-Studie von Deloitte aus 2025 liefert dafür ziemlich konkrete Zahlen. 31 % der Befragten verbringen täglich zwei bis drei Stunden am Smartphone. Weitere 21 % kommen sogar auf vier bis fünf Stunden. Befragt wurden rund 500 Mobiltelefonnutzer in Österreich.
Das ist natürlich nicht alles Gaming. Nachrichten, Messenger, Social Media, Videos, Banking und Shopping teilen sich dieselben Stunden.
Trotzdem verändert die intensive Nutzung die Ausgangslage für Spieleentwickler. Eine Anwendung muss nicht mehr darum kämpfen, dass jemand überhaupt ein digitales Gerät zur Hand nimmt. Sie konkurriert vielmehr mit all den anderen Dingen, die bereits auf genau diesem Gerät stattfinden:
- Mobile Games und Browsergames
- YouTube, Netflix oder andere Streamingangebote
- soziale Netzwerke und Messenger
- Shopping und Preisvergleiche
- Banking und digitale Zahlungen
- weitere digitale Spielangebote
Smartphones werden PlayStation, Xbox oder Gaming-PC nicht ersetzen – müssen sie auch nicht. Aufwendige Actionspiele funktionieren mit Controller und großem Bildschirm halt besser. Für Puzzle-, Karten-, Strategie- oder Casual-Games reicht ein 6-Zoll-Display aus.



